Datenschutz: »Verantwortung an den Nutzer geben«

  • Datum 14-11-2009
  • Von Mehmet Toprak

Open-Xchange-CEO Rafael Laguna über Datenschutzpannen, wie Unternehmen ihre Daten schützen können und warum E-Mails und soziale Netzwerke zusammenwachsen.

Wie können Manager die Funktionen von Internet-Diensten nutzen, ohne Gefahr zu laufen, dass durch technische Pannen oder gar Spionage geheime Businessdaten, E-Mails oder Kontaktadressen in falsche Hände geraten? Nach den Datenschutzskandalen der letzten Monate stellt sich diese Frage immer dringender.

Im Interview mit eWEEK europe erklärt Rafael Laguna, CEO des Groupware-Anbieters Open-Xchange, worauf Manager bei der Nutzung von internetbasierten Software-Plattformen achten sollten.
Das Interview wurde per E-Mail geführt.

eWEEK: In den letzten Monaten häuften sich die IT-Skandale. Datenverluste beim US-amerikanischen Smartphone-Dienst Sidekick, Spionage bei SchülerVZ. Kann man als Manager oder IT-Profi seine Daten überhaupt noch einem Internet-Anbieter anvertrauen?
Rafael Laguna: Lassen Sie mich Software-as-a-Service-Angebote wie Sidekick mit dem Autofahren vergleichen. Auch das Autofahren birgt enorme individuelle Risiken - dennoch begeistert es uns alle durch seine Vorteile hinsichtlich Flexibilität und Kosten. Wenn sie dann noch regelmäßig eine lokale Sicherungskopie ihrer Daten machen, kann bei der Nutzung von SaaS-Angeboten eigentlich nichts mehr schief gehen.

Datenmissbrauch wie bei SchülerVZ wird es leider immer wieder durch individuelle, kriminelle Energien geben. Dessen sollten sich Nutzer stets bewusst sein und entsprechend abwägen, wem sie welche Informationen anvertrauen. Allerdings vertrete ich auch bei den Social Networks die Ansicht, dass ihr Nutzen für unsere geschäftliche und private Kommunikation sehr viel größer ist als ein Schaden durch einen Missbrauch.

Worauf sollte man achten, wenn man seine Business-Daten und seine geschäftliche Kommunikation einem einem Internet-Dienst anvertraut?
Das »Kleingedruckte«, die sogenannten Service Level Agreements, machen hier den Unterschied. Sie regeln die garantierte Verfügbarkeit und die finanziellen Konsequenzen für den Fall, dass die zugesagten Leistungen vom Dienstleister nicht erbracht werden.

Mehr als 10 Millionen Anwender weltweit nutzen Open-Xchange. Ein Blick auf die Homepage des Anbieters.

Darüber hinaus sollten sich die Anwender Gedanken machen, ob und wie sie von einem Internet-Dienst wieder weg kommen, wenn sie mit dem Service nicht zufrieden sind. Sie sollten jederzeit die Möglichkeit haben, all Ihre Daten (in einem offenen Standardformat) zu exportieren und in eine Applikation ihrer Wahl zu importieren.

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