Power7: »Neue Leistungsklasse«

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Wie bereiten sich Unternehmer, die Open-Source-Produkte anbieten wollen, auf diesen Schritt vor. Martin Aschoff analysiert die Risiken und sagt, worauf es ankommt.
Wer mit dem Gedanken spielt, seine Software oder einen Teil davon als Open-Source-Software zu veröffentlichen, darf den Aufwand hierfür nicht unterschätzen. Martin Aschoff, Autor des nachfolgenden Artikels, ist Gründer und Vorstand der AGNITAS AG, die unter anderem die populäre Open-Source-Applikation OpenEMM betreut und weiterentwickelt. Außerdem ist er Vorstandsmitglied und Open Source Coach der Open Source Business Foundation (OSBF).
Er hat hier eine Liste der 20 wichtigsten Punkten (ohne allgemeingültige Weisheiten zum Thema Projektmanagement) für ein »Going Open Source« aufgeführt, die direkt aus der Praxis entstanden ist.
Richard Seibt
1. Analysieren Sie Wettbewerber, die bereits Open Source gegangen sind. Falls Sie in Ihrem Marktsegment nicht der erste wären und kein Wettbewerber eine dominierende Marktposition besitzt: Ist eine deutliche Abgrenzung voneinander möglich?
2. Sammeln Sie Informationen über Unternehmen, die bereits erfolgreich Open Source gegangen sind, und werten Sie diese aus. Suchen Sie beispielsweise im Enterprise Open Source Directory von Optaros, analysieren Sie die Projektstatistiken auf SourceForge (Rankings, Downloads, Bugtracker-Aktivitäten, etc.) und besuchen Sie deren Projekt-Websites.
3. Identifizieren Sie plausible Geschäftsmodelle rund um Ihr eigenes Open-Source-Produkt. Wichtig: Open Source ist kein Geschäftsmodell an sich, sondern nur ein Entwicklungs-, Vertriebs- und Marketing-Modell. Dieser Schritt ist der wichtigste von allen, um Erfolg zu haben. Gehen Sie auch davon aus, dass mindestens die Hälfte der Geschäftsmodelle in der Praxis nicht wie gewünscht funktionieren wird.
4. Prüfen Sie, inwieweit ein Going Open Source Ihren Umsatz mit Bestandskunden vermindern und den Umsatz mit neuen Kunden erhöhen könnte. Die Kernfrage: Lässt sich mit dem potenziellen Mehrumsatz der Umsatzverlust bei den Bestandskunden mehr als ausgleichen?
5. Fühlen Sie bei Investoren und Gesellschaftern/Aufsichtsrat vor, ob Open Source ein bekannter Begriff ist und die grundsätzliche Bereitschaft besteht, sich mit diesem Thema, das einen langfristigen Investitionshorizont voraussetzt, auseinanderzusetzen.
6. Entwickeln Sie eine Argumentation für Bestandskunden, warum das Open-Source-Produkt auch für sie als Nutzer der kostenpflichtigen Software-Variante Vorteile hat, um Umsatzschwund zu minimieren. Gegebenenfalls müssen Sie Ihre potenziellen Geschäftsmodelle daraufhin überarbeiten.
7. Legen Sie den initialen Funktions- und Leistungsumfang der Open-Source-Software fest - gegebenenfalls in Abgrenzung zu der Software-Variante, die weiterhin kostenpflichtig bleibt. Specken Sie das Produkt nicht zu weit ab, denn es muss attraktiv genug sein, damit sich der Aufwand für Download, Test, Installation und Konfiguration lohnt.
8. Stellen Sie einen Strategie- und Finanzplan auf, um Investoren und Gesellschafter/Aufsichtsrat vom Going Open Source zu überzeugen.
Auf Seite 2: Nach der Entscheidung

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