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Die niederländische Metri Group bietet seit 2002 in den wichtigsten europäischen Märkten Benchmarking-Dienstleistungen an. Im eWEEK-Interview erklärt Deutschland-Geschäftsführer Don Rekko den Nutzen von Application-Benchmarking.
Über 150 Unternehmen wie Shell, Philips, Accenture, RWE sowie Ministerien und Behörden zählen zum Kundenkreis der niederländischen Metri-Group. In deutschen Unternehmen ist das Benchmarking von Anwendungen noch wenig verbreitet. Das will Metri ändern und intensiviert seine Aktivitäten auf dem deutschsprachigen Markt. Deutschland-Geschäftsführer Don Rekko erklärt, wozu Benchmarking in Unternehmen eigentlich gut ist, und erläutert dies am Beispiel von SAP. Das Interview wurde per E-Mail geführt.
eWEEK europe: Während das Benchmarking von IT-Infrastruktur hierzulande bereits recht verbreitet ist, ist der Kostenvergleich von Applikationen noch weitestgehend unbekannt. Woran liegt das?
Don Rekko: In Großbritannien und den Benelux-Staaten ist Application-Benchmarking bereits eine etablierte Praxis. In Deutschland beruht die anfängliche Skepsis darauf, dass die Anwender ihre Installation für einmalig und damit für nicht vergleichbar halten. Wir können jedoch anhand von Beispielen aus der Praxis plausibel erklären, dass sich sowohl Eigenentwicklungen als auch kommerzielle Standardapplikation wie SAP miteinander vergleichen lassen.
Wie gehen Sie dabei genau vor?
Um nicht »Äpfel mit Birnen« zu vergleichen, steht am Anfang einer Benchmarking-Studie die genaue Beschreibung der Applikation hinsichtlich unternehmenskritischer Relevanz, Nutzungsintensität, Komplexität, Servicelevel und Qualität der Applikation. Dann werden aus der Datenbank vergleichbare Unternehmen mit vergleichbaren Applikationen ausgewählt.
Anschließend müssen diese Daten »normalisiert« werden. Das heißt, mit faktenbasierten Korrekturfaktoren werden Parameter wie Komplexität und Servicequalität an das zu untersuchende Unternehmen angeglichen. Erst dann lassen sich die Zahlen vernünftig miteinander vergleichen.
Hierzulande ist SAP bei mittelständischen und großen Unternehmen das am weitesten verbreitete ERP-System. Was darf der Betrieb einer SAP-Installation kosten?
Zu den Lizenzkosten - die typischerweise bei 10 bis 20 Prozent der Gesamtkosten liegen - addieren sich die Kosten für den technischen SAP-Betrieb, für individuelle Anpassungen und für die SAP-Infrastruktur (Datenbank-Software, Storage, Rechner, etc.).
Im folgenden Beispiel wurden die Kosten für den Betrieb einer typischen SAP-Implementierung durch externe Dienstleister miteinander verglichen. Alle Studienteilnehmer hatten eine vergleichbare Größe und eine »mittlere« Komplexität. Der Betrieb der Applikationen wird jeweils als höchst unternehmenskritisch eingestuft - was entsprechende Service Level Agreements zur Folge hat. Die externe Dienstleistung beinhaltet die Basisleistungen Incident- und Problem-Management, User Administration sowie Change-Management zur Aufrechterhaltung des Betriebes. Daraus ergeben sich, nach Normierung der Dienstleistungskosten auf den Standort Deutschland, folgende Preisspannen für den Betrieb der SAP-Module SAP/FI, SAP/CO und SAP/BW pro Instanz und Jahr.
Hier das angekündigte Beispiel:
SAP/FI: 15 000 bis 21 000 Euro
SAP/CO: 16 000 bis 24 000 Euro
SAP/BW: 19 000 bis 27000 Euro

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