»Messen, messen, messen«

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Cyberkriminelle werden immer raffinierter. Viele Unternehmen haben Malware auf den PCs, ohne es zu merken. Trend-Micro-Chef Raimund Genes über die neue Dimension der Gefahr, die Hilflosigkeit der Behörden und Microsofts historischen Fehler.
Es gibt sie schon so lange wie es Computer gibt und auch im dritten Jahrzehnt der PC-Entwicklung ist die Gefahr nicht gebannt, ganz im Gegenteil: Viren, Würmer, Trojaner und Malware werden immer zahlreicher, immer aggressiver und immer raffinierter.
Diese Einschätzung wird nicht nur von Antivirenherstellern geäußert, die im Verdacht stehen könnten, sie wollten doch nur ihre Produkte verkaufen. Auch das in dieser Hinsicht unverdächtige Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik kommt zum selben Schluss.
Tag für Tag Tausende neuer Schadprogramme
In seinem aktuellen Bericht zur »Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2009« ist von einer »gestiegenen Bedrohungslage« die Rede. Zudem konstatieren die BSI-Experten, dass »Tag für Tag Tausende neuer Schadprogramme das Internet überschwemmen«. Internet-Kriminalität ist offenbar ein krisenfestes Geschäft.
Interview mit Raimund Genes
Zu diesem Thema hat eWEEK europe einen der profilierten Sicherheitsexperten Deutschlands interviewt: Raimund Genes ist Chief Technology Officer bei Trend Micro. Genes ist ein Freund offener Worte, und scheut sich nicht, auch mal anzuecken. Das persönliche Gespräch mit Genes fand am Rande eines Veranstaltung des Marktforschungsinstituts IDC statt.
Wo liegen derzeit die größten Gefahren für Unternehmen?
Nun, die Manipulation von Daten ist der Albtraum. Vor allem, weil man das oft nicht sofort bemerkt. Auch der Verlust des Geräts kann eine Katastrophe sein, wenn unverschlüsselte Daten darauf sind. Aber die am schnellsten wachsende Gefahr sind USB-Sticks.
Wie das?
Weil sehr viel Malware sich über USB-Sticks verbreitet. Wie zum Beispiel der Conficker-Wurm. Außerdem eignen sich die Sticks ideal für Social-engineering-Angriffe: Wenn ein Cybergauner eine Firma angreifen möchte, lässt er einfach einen USB-Stick mit Malware auf dem Firmenparkplatz fallen. Zwei Stunden später ist er drin.
»Die bösen Jungs wissen genau, wie man Schabernack treiben kann. Und sie werden immer kreativer und raffinierter.« Malware-Jäger Raimund Genes.
Woher kommt die Malware eigentlich?
Besonders in China geht einiges ab. In deren Produktionsstätten wird viel Malware eingeschleust. Das ist unglaublich, was da passiert. Von verschiedenen Firmen sind Bilderrahmen und digitale Kameras entdeckt worden, die über den USB-Anschluss Viren auf den PC einschleusen.
In Unternehmen dürften Bilderrahmen mit Familienfotos eher ein geringes Problem darstellen.
Schon klar, aber trotzdem bereitet der USB-Port den Admins Sorgen. Deshalb fragen viele Firmen auch uns als Security-Hersteller nach einem Tool, das die USB-Sticks registriert und nur zugelassenen Geräten den Zugang zum Rechner erlaubt. Wir haben in der neuen Software-Generation unseres Desktop-Virenschutzes USB-Device-Control eingebaut.
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