Cloud Computing für Anfänger

  • Datum 07-04-2009
  • Von Daniel Prokop

Alle reden darüber, richtig Bescheid wissen aber nur wenige. Daniel Prokop vom Netzwerkspezialisten Ciena liefert das Grundlagenwissen über Cloud Computing.

Verfolgt man Trendanalysen und die Berichterstattung über Entwicklungen in der IT, kommt man zur Zeit an einem Thema kaum vorbei: Cloud Computing. Auch wenn es nach Einschätzung der Marktforscher von Gartner noch einige Jahre dauern wird, bis Cloud Computing wirklich die volle Marktreife erreicht und sich zu einem etablierten IT-Produkt entwickelt hat, ist der Trend schon klar absehbar.

Der Markt befindet sich in einer aktiven, wachstumsträchtigen Phase mit viel Potential. Deswegen empfiehlt Gartner Unternehmen »mit einer technologisch offensiven Anwendungsentwicklung«, Cloud Computing für taktische Projekte bereits bis zum Jahr 2011 in Betracht zu ziehen.

Doch was steckt eigentlich hinter diesem Ausdruck? Wie relevant sind die Entwicklungen für Unternehmen? Was gilt es zu bedenken? Wer einen Umzug einzelner Komponenten der Unternehmens-IT in die Wolke plant, sollte sich auch mit möglichen Nebenwirkungen auseinandersetzen.

Was ist Cloud Computing?
Der Ansatz stellt die Cloud, also das Internet, in das Zentrum der IT-Infrastruktur eines Unternehmens. Das Internet wird auf Schaubildern oft als Wolke dargestellt, so kam es zu dem Namen. Daten und Dienste vom eigenen Rechenzentrum werden also in diese Wolke verlagert, dadurch kann die Auslastung vorhandener Ressourcen optimiert werden.

Die inzwischen allgemein verfügbaren hohen Bandbreiten und der immer einfachere Internet-Zugang über mobile Endgeräte sind beides Antreiber für die Auslagerung der IT in die Cloud. Die Vorteile des Cloud Computing liegen gerade in Krisenzeiten auf der Hand – wie beispielsweise die theoretisch unbegrenzte Skalierbarkeit der Dienste und die Option, IT-Services rasch an veränderte Anforderungen anzupassen.

Die Vorteile von Cloud Computing
Im Grunde handelt es sich bei der Virtualisierung der Computing-, Speicher- und Netzwerk-Infrastruktur um das Kernelement von Strategien hin zu Next-Generation Rechenzentren: höhere Auslastung und Effizienz und kein Ärger mehr mit veralteter Hardware im Haus. Sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer Sicht ergibt ein solcher Umzug durch das Plus an Effizienz Sinn.

IT-Kapazitäten für kleinere Unternehmen
Auch kleinere Unternehmen können je nach Bedarf IT-Kapazitäten hinzuholen und in der virtuellen Welt genauso gut aufgestellt sein wie ein Großkonzern. Für den Nutzer ist dieser Wandel idealerweise nicht bemerkbar und mit Vorteilen, wie gesteigerter Mobilität verbunden.

Seine Daten werden aktuell aus der Cloud bereitgestellt, anstatt von der Festplatte oder vom Unternehmens-Server gezogen zu werden und der Mitarbeiter blickt über sein Endgerät auf einen stets aktuellen Datenbestand – egal, ob vom PC oder mobil von seinem Smartphone. Diese Vorzüge werden laut einer IDC-Umfrage deutliche Auswirkungen auf die weltweiten Ausgaben für Cloud-Dienste haben. Diese sollen sich bis zum Jahr 2012 auf 42 Milliarden Dollar verdreifachen, zehn Prozent der gesamten IT-Ausgaben.

Die Hürden für Cloud Computing
Wer Teile seines Rechenzentrums auslagert und auf den Anbieter eines Cloud Computing-Dienstes baut, gibt natürlich auch ein wenig Kontrolle ab. Die Daten und Dienste sind nicht länger lokal gespeichert und der Datentransfer wird ins Web verlagert.

Die Internetverbindung, die gleichbedeutend mit Zugang zu den Diensten und Lösungen ist, wird dadurch zum entscheidenden Element der Unternehmens-IT. Mit der Wichtigkeit der ausgelagerten Anwendungen steigt die Bedeutung der Verbindung. Der Dienstanbieter wird also indirekt zum Anbieter des Anwendungs-Zugangs. Das Unternehmen muss sich darauf verlassen können, dass jederzeit eine zuverlässige und leistungsstarke Verbindung besteht.

Die Konsequenzen für Unternehmen
Anbieter müssen ihre Netzwerk-Architektur und die Modelle zur Bereitstellung ihrer Dienste neuen Anforderungen anpassen. Die optimierte Architektur muss flexibel sein und die Kapazitäten bieten, rasch auf Kundenanforderungen reagieren zu können und die Zeit zwischen Auftrags- und Ertragseingang zu minimieren. Das ist nur möglich, wenn die Netzwerk-Ressourcen dynamisch und mit minimalem personellem Aufwand umkonfiguriert werden können. Ein Rechenzentrum der nächsten Generation muss flexibel und On-Demand reagieren können.

Auf Seite 2: Die Voraussetzungen für Cloud Computing

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