Power7: »Neue Leistungsklasse«

Klaus Gottschalk ist Senior IT-Specialist für Serversysteme bei IBM Deutschland. Im Interview mit eWEEK europe…
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An die Übermacht von Google hat sich die Internet-Branche weltweit gewöhnt. Das ist ein Fehler. Denn die Risiken sind beträchtlich. Auch für Unternehmen.
Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache.« Dieser Satz des berühmten TV-Journalisten Hanns Joachim Friedrichs wird an allen Journalistenschulen zitiert. Ausnahmen davon gibt es nur in wenigen Fällen. Das hier ist so einer.
Der Verein SuMa eV ("Gemeinnütziger Verein zur Förderung der Suchmaschinen-Technologie und des freien Wissenszugangs) krisisiert in seinen Newslettern immer wieder die unglaubliche Übermacht von Google. Und da kann ich einfach nur sagen: Diese Kritik teile ich voll und ganz.
Die Suchmaschine hat derzeit laut Webhits einen Marktanteil von 90 Prozent. Dahinter folgen Yahoo mit drei sowie T-Online und MSN mit jeweils zwei Prozent.

Rot: Google – Grün: Yahoo, der Rest spielt praktisch keine Rolle. Google hat eine Marktanteil von 90,4 Prozent. Quelle Webhits, Stand: 14.1.2009
Das Komische daran ist, dass sich kaum einer daran stört. Die Abhängigkeit der Internet-Branche und der Anwender von Google ist ein stiller Skandal, der niemanden aufregt.
Internet als Diener Googles
Früher war eine Suchmaschine dazu da, das Internet nach Informationen zu durchsuchen. Heute hat sich das Verhältnis umgedreht. Das Internet ist zum Diener Googles geworden. Unternehmen, die von ihrer Web-Präsenz leben, sind darauf angewiesen, im Google-Ranking gut abzuschneiden. Wer da nicht mit allen Tricks arbeitet und unter den Top 10 bei den Suchanfragen landet, kann den Laden gleich dicht machen. Folglich werden auch die Inhalte mit Keywords, passenden Schlagzeilen und anderen Tricks immer mehr fürs Google-Ranking zurechtgebogen. Dabei bleiben Qualität und Unabhängigkeit vielfach auf der Strecke.
Grusel statt Google
Das meistgehörte Wort in den Besprechungsräumen vieler Unternehmen ist heute »Google«. Als Unternehmen ist man praktisch gezwungen, seine Web-Präsenz auf dem Google-Marktplatz auszurichten. Dem weltweiten Marktplatz der Informationen, dessen Spielregeln von einem einzigen Unternehmen bestimmt werden. Wem da nicht gruselt ...
Firmen sind auf die Suchmaschine angewiesen
Wolfgang Sander-Beuermann ist Geschäftsfuehrer des Suchmaschinenvereins SuMa-eV und zugleich Leiter des Suchmaschinenlabors der Universität Hannover.
Er kritisiert die Verantwortlichen in der Politik und spricht von einer »beispiellosen Ignoranz« in der Wissenschafts- und Förderpolitik. »Anstatt in realitätsnahe Zukunftstechnologien der IT zu investieren, die von den Nutzern gebraucht werden, wurden Unsummen an Foerdergeldern für abgehobene Wolkenkuckucksvisionen sinnlos verbrannt.«

War mal ganz groß: Altavista. Heute liegt der Marktanteil bei 0,1 Prozent. Da helfen auch 61 technische Patente nichts. (Quelle: Webhits).
Doch nicht nur Politiker, auch den Anwendern und der Internet-Branche hätte man schon ein bisschen mehr Aufmüpfigkeit zugetraut. Hatten wir nicht jahrelang gegen Microsofts Quasi-Monopol bei Betriebssystemen und Office-Software protestiert?

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Leserkommentare
Telemediengesetzt
Besonders interessant ist das Thema vor dem Hintergrund Telemediengesetz, welches u.a. regelt, dass bei einem TV Sender, der mehr als 30% Marktanteil hat, der Staat einschreiten muss. Dies gilt für den zentralen Informationsbeschaffer der 90% Marktanteil hat leider noch nicht. Das Problem ist aber klar: wie soll Frau Merkel da einschreiten? Google verbieten? Wohl eher nicht.
Nur um klar zu sein: Google ist gut! Deshalb nutzen den Dienst 90%. Auch ich. Täglich. Etwas beunruhigend finde ich, dass auch die Mitglieder des Deutschen Bundestages täglich googeln.
"Wie soll Frau Merkel da einschreiten?"
Zwischen Verbieten und völliger Regellosigkeit wurden die "Zwischentöne" erfunden; konkret - wie wäre ein Einschreiten denkbar:
1) VERNÜNFTIGE Förderung neuer Projekte und Firmen in der Branche. Das heisst auch: die bisherige Förderbürokratie entstauben und auf gesunde Füße stellen.
2) Auch Fernsehsender mit mehr als 30% Marktanteil werden nicht VERBOTEN, aber sie unterliegen anderen Regeln. Derartige angepasste Regeln könnte es auch für Internet-Quasimonopole geben.
Das Ganze ist ja kein Google-Problem, sondern generell ein Problem der Internet-Quasimonopole.
Die Kraft der engagierten Weltzivilgesellschaft
Ich bin der festen Überzeugung, dass die engagierte Weltzivilgesellschaft bis Ende 2010 für diese Herausforderung eine Lösung gefunden hat.
Wir sind an dem Thema konkret dran. Aber wir brauchen Hilfe.
Insbesondere Informatiker, Übersetzer, Designer und engagierte Koordinatoren auf allen Erdteilen werden dringend gesucht!
Wir können und wir werden die Herausforderung gemeinsam lösen, aber wir brauchen die Hilfe von allen daran interessierten Menschen.
Unbegrenzte Datenspeicherung
Die eigentliche Gefahr liegt nicht in der Marktmacht eines Suchmaschinenanbieters, sondern in der unbegrenzten Datenspeicherung. Es gibt nicht mehr die "Gnade des Vergessens" wie beim menschlichen Gehirn (vgl . dazu Bergmann/Möhrle/Herb, Kommentar zum Datenschutzrecht, RN 251 zu § 28 BDSG - www.datenschutz-kommentar.de).
Skandal ????
warum wenden Sie sich an die User? Glauben Sie, man weiß nicht um die Gefahr?
Google hat gesagt was er macht,
man kann es nutzen oder lassen.
Die anderen mache es genau so ...nur unter dem Deckmantel von Datenschutz. Das finde ich noch verwerflicher.
Trauen kann man hier niemanden.
Alternative Suchmaschiene
Eine alternative Suchmaschiene www.search2.net