Reif für die Telepräsenz

  • Datum 25-02-2010
  • Von Nigel Stevens

Nigel Stevens, Director of Product Management bei Cable & Wireless Worldwide, beleuchtet eine Technologie, die den Kinderschuhen entwachsen ist und die Faktoren, die diese attraktiv für den Massenmarkt machen.

Telepräsenz ist keine neue Technologie. Ihr Vorfahre, die Videokonferenz, wurde bereits in den 30er-Jahren über Closed Circuit Television Verbindungen getestet, in den 60ern wurde die Technik mithilfe von Telekommunikations-Netzwerken erprobt. Von Anfang an war klar, dass Telepräsenz ein enormes Potenzial birgt.

Dennoch konnten sich Videokonferenzen und Telepräsenz bisher noch nicht auf dem Massenmarkt etablieren. Das lag vor allem daran, dass es den Entwicklern nicht gelang, eine Lösung zu entwickeln, die sowohl hochwertig als auch kostengünstig war. Jahrzehntelang war der Begriff Videokonferenz gleichbedeutend mit schleppendem Bildaufbau, schlechter Bildqualität und umständlicher Bedienung.

Es war klar, dass diese Technologie niemals durchstarten würde, solange es selbst bei Videokonferenzen noch so viele Probleme gab. Telepräsenz ist um einiges aufwendiger als eine normale Videokonferenz: Das Bildsignal muss in Echtzeit so hochwertig übertragen werden, dass man das Gefühl hat, der Gesprächspartner befinde sich tatsächlich im gleichen Raum.

Videokonferenzen vor dem Durchbruch
Erst heute steht die Telepräsenz vor dem Durchbruch in der Geschäftswelt. Zum ersten Mal scheint diese Technologie die Erwartungen zu rechtfertigen und die Einführung auf dem Massenmarkt realistisch zu sein. Eine kürzlich vom Analystenhaus Ovum veröffentlichte Studie prognostiziert, dass Telepräsenz-Dienste in den nächsten fünf Jahren eine bedeutende neue Umsatzquelle für Betreiber darstellen werden. Insgesamt sollen sich die Einnahmen in den Jahren 2010 bis 2014 auf ungefähr 1,7 Milliarden US-Dollar belaufen.


Unternehmen wie Tandberg (oben) und Polycom bieten Komplettlösungen für Telepräsenz-Lösungen an.

Virtuelle Konferenzen wirken völlig real
Welche Faktoren beschleunigen die Markteinführung und wie werden diese Faktoren dazu führen, dass die Telepräsenz zur Technik für die breite Masse wird? Heute ist die Telepräsenz-Technik weitgehend ausgereift und bietet eine einwandfreie Nutzererfahrung. Bilder können über verbesserte Codes mit einer Rate von 1:500 komprimiert werden.

Auch die für Telepräsenz benötigte Hardware ist heute weiter fortgeschritten. Zum Angebot von Anbietern wie Tandberg und Polycom gehören mittlerweile qualitativ hochwertige, riesige HD-Bildschirme, die virtuelle Konferenzen mit Mitarbeitern an weit entfernt liegenden Orten absolut real erscheinen lassen. Es fühlt sich tatsächlich so an, als ob die Leute, mit denen man sich unterhält, am gleichen Tisch sitzen. Da kann man leicht vergessen, dass man eigentlich nur eine Art hoch entwickeltes Video-Telefonat führt.

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