»Ohne Open Source kein Internet«

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Wenn Firmenmitarbeiter soziale Netzwerke wie Xing, Facebook oder Myspace nutzen, werden Manager nervös. Doch Ossi Urchs findet das gar nicht so schlimm.
Ossi Urchs ist einer der führenden Internet-Spezialisten in Deutschland. Schon Mitte der 80er Jahre beschäftigte er sich mit interaktiven Medien. 1997 präsentierte er beim TV-Sender ntv ein businessorientiertes Internet-Magazin.
Daneben ist er als Autor für zahlreiche Magazine vom Playboy bis zum Netinvestor tätig und nimmt Lehraufträge an Hochschulen wahr.
Durch die Erfahrung mit verschieden Medien und Formaten hat Urchs auch eine klare Meinung zu Web 2.0 und sozialen Netzwerken. Sein Standpunkt: Trotz Datenschutzrisiken führt für Unternehmen an Xing und Co kein Weg vorbei.
Social Networking hat sich im Laufe des letzten Jahres von einem »nerdigen« Zeitvertreib zu einem gesellschaftlichen Massenphänomen entwickelt. Knapp 10 Millionen Deutsche sind inzwischen in Online-Netzwerken unterwegs.
Leidenschaft am Büro-PC
Sie frönen ihrer Leidenschaft zu Hause genau so wie am Büro-PC und neuerdings auch mit mobilen Endgeräten wie dem iPhone oder dem neuen G1 mit dem »offenen« Betriebssystem Android von Google. Denn das Angebot ist groß; soziale Netzwerke gibt es für alle Alters- und Interessengruppen. Ob es um berufliche Interessen bei Xing, den Schulalltag bei SchülerVZ oder um private Bekanntschaften bei Facebook geht: Jedes Töpfchen findet hier ein Deckelchen.
Ossi Urchs sieht die »Schatten-IT im Unternehmen« als Herausforderung für das Management.
Schatten-IT im Unternehmen
Unternehmen sehen diese Interessen ihrer Mitarbeiter mit durchaus gemischten Gefühlen, wie eine Studie der Beratungsfirma »Accenture« kürzlich belegte. Getrieben vom Kommunikations-Interesse insbesondere jüngerer, internetaffiner Mitarbeiter, entstehen zwar positive Impulse, etwa für Marketing und Vertrieb.
Durch den Facebook-Account auf dem Büro-PC und mit dem mobilen Xing-Client entstehe aber auch so etwas wie eine regelrechte »Schatten-IT« in den Unternehmen, wie die Berater mit Sorge mahnen. Und genau hier, an der Schnittstelle von persönlichen Interesen der Mitarbeiter und den Interessen der Unternehmen, wird auch das Dilemma sichtbar.
Plaudertasche verrät Betriebsgeheimnis auf MySpace
Natürlich profitieren die Unternehmen gern von den persönlichen Kontakten der Mitarbeiter. Was aber, wenn einer, wissentlich oder auch ungewollt, kritische Informationen aus dem Unternehmen, oder auch über Kunden, interne Entwicklungs- und Produktstrategien an seine Freunde auf den Online-Plattformen ausplaudert? Was, wenn über MySpace und Twitter gefährliche Viren oder Phishing-Attacken in das Unternehmens-Netzwerk eingeschleust werden?

Xing ist aus der Welt der Freiberufler und Geschäftsleute nicht mehr wegzudenken.
Andererseits fürchten aber auch die sozial aufgeschlossenen und kommunikativ interessierten Mitarbeiter, dass ihre, durchaus privaten Profile nicht nur von den Online-Bekanntschaften, sondern auch von der Personalabteilung kritisch beobachtet werden könnten. Oder wenn der Chef mal nachsieht, was seine Assistentin denn im Lauf des Tages so alles an sozialen Online-Aktivitäten entfaltet hat?
Lesen Sie auf Seite 2: Verbot der privaten Nutzung ist sinnlos

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